„Frau Skupsch, ich habe Sie auf Twitter gefunden“

iqberatung Accountbegrüßte mich eine 10jährige Schülerin freudestrahlend. „Wie viele Tweets hast Du denn schon geschrieben?“ fragte ich „Äh, so 10 vielleicht“ meinte sie. Drei weitere Schüler hatten ebenfalls einen Account, aber wussten nicht damit umzugehen. Ein klarer Handlungsbedarf „Twitter“ im Unterricht zu thematisieren- so viel stand für mich fest.

Warum twittert man als Lehrer – welche Gründe hat dies?

  1. Zugang zu Informationen: schnell, vielfältig, weltweit über die Suche mit #Hashtag (= Suchbegriff) wie z.B. #EDchatDE
  2. Ideen teilen, Feedback erfahren, Diskussion über ganz unterschiedliche Themen konzentriert auf ca 120 Zeichen
  3. Produktion von neuem Content: die Verarbeitung von Informationen erzeugt neue Inhalte, die über das Internet weitergegeben werden.
  4. Vernetzung mit anderen Menschen weltweit, Aufbau eines #PLN = Personal Learning Network
  5. Twitter im UnterrichtÖffentlichkeit: Bei Veranstaltungen und Wettbewerben ist Twitter ein effektives Tool, um über das Geschehen zu informieren mittels der Tweets mit einem spezifischem Hashtag.
  6. Binnendifferenzierung: die Art und die Menge der zu erledigenden Aufgaben kann sehr variabel gestaltet werden.
  7. Heterogenität: verschiedene Fächer, Muttersprachen, Interessen und anderes können innerhalb einer Lerngruppe bei der Erstellung von Tweets berücksichtigt werden.
  8. Inklusion: wenn Aufgaben zu einem Thema ganz unterschiedlich gestaltet sind (siehe Punkt 6), kann auf die unterschiedliche Leistungsfähigkeit bzw. das Lerntempo von Schülerinnen und Schülern eingegangen werden im Spektrum von Lernbehinderung bis hin zur Hochbegabung.
  9. Sofern der Zugang zum Internet gewährleistet ist, stellt Twitter ein sehr leicht zu verwendendes digitales Werkzeug dar, erfordert nur geringe technische Vorkenntnisse und kann in den meisten Unterrichtsfächern eingesetzt werden.

Für die Schülerinnen und Schüler bzw. die Gestaltung des Unterrichts bietet Twitter folgende Vorteile:

  1. Lernen-Teilhabe-per-TwitterInformationsverarbeitung  konzentriert auf das Wesentliche – Es erfordert etwas Übung, bis die Schülerinnen und Schüler gelernt haben, sich kurz zu fassen und Inhalte in 140 Zeichen formulieren können.
  2. Stärkung des Selbstbewusstseins – Die Meinungsäußerung vor einem weltweiten Publikum führt häufig zu einem Feedback (Retweet oder Fav) und vermittelt so den Schülern ein anderes Wahrnehmen ihrer Person bzw. ihrer Ergebnisse wie wenn dies innerhalb eines Klassenraumes geschieht.
  3. Verbesserte Qualität der Ergebnisse – Die Präsentation in der Öffentlichkeit führt i.d.R. zu besserer Qualität von Geschriebenem bzw. anderen digital erstellten Produkten, auf die verlinkt wird.

Das Internet vergisst nichtsZur Beachtung des Datenschutzes kann das Twittern über einen Account der Schule erfolgen wie z.B  z.B. @ipadkas13. „Das Internet vergisst nie“ war eine Erkenntnis der Schüler.@Lea_Weltretter

 

Alternativ wird ein Account für einen Protagonisten angelegt, der für die Schülerinnen und Schüler der Klasse steht z.B. @Lea_Weltretter.

 

Lea Weltretter - Wirkung von Veröffentlichung„Ich weiß jetzt, was es bedeutet auf Twitter zu sein“ sagte mir die 10jährige Schülerin am Ende des Projektes und twitterte als Lea2 unter dem Klassenaccount: „Lea2 hat der Applaus gefallen, weil ich fühlte, dass wir es gut gemacht haben!“

Noch eine Information zum Hintergrund: Die Beispiele entstanden im Unterricht in der Klasse 4d der I.E.Lichtigfeld-Schule in Frankfurt sowie im Rahmen des #LernLabKAS14 in der Klasse 7c der Kaiserin-Augusta-Schule in Köln.

Mein persönliches Fazit zur Nutzung von Twitter im Unterricht: leicht zu verwenden, verschafft den Schülerinnen und Schülern schnell einen Erfolg und ist vielseitig einsetzbar.

 


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