Ergebnisse des 35. #EDchatDE – Die Zukunft der Lehrerausbildung

Dienstagabend 20:00 Uhr: der Puls geht hoch, die Spannung steigt, wenn zur besten Sendezeit der #EDchatDE startet – ein Education-Chat auf Twitter. Seit ich im September 2013 auf dem EduCamp in Köln André Spang und Torsten Larbig kennen gelernt habe, gibt es für mich jede Woche diesen regelmäßigen Online-Termin.

Daten zum 35. #EDchatDE

Daten zum 35. #EDchatDE

Beim 35. #EDchatDE haben 42 Teilgeber in 835 Tweets das Thema „Lehrerausbildung im 21. Jahrhundert: Der Think Tank #Edchatde macht Konzeptvorschläge!“ behandelt. Sehr spannend, was dort alles genannt wurde. Aus dem Tweetprotokoll habe ich 152 Tweets rausgesucht, kategorisiert und die Ergebnisse im Diagramm dargestellt.

1. Großbaustelle Ausbilder – 31% der Nennungen

Sehr viele Ausbilder an den Studienseminaren haben zu wenig Praxisbezug, sind selten in der Schule und wissen zu wenig von der Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler. Sie kennen nur bedingt den Umgang mit Smartphones, Tablets u.ä. und haben i.d.R. auch kein geeignetes pädagogisches Konzept für den didaktisch sinnvollen Einsatz von Geräten bzw. Apps und Software.

Es gibt im Referendariat kein verpflichtendes Modul, wie man wann mit Schülerinnen und Schülern z.B. einen Blog erstellt, Infos sammelt und in einem Wiki ablegt u.ä. – weil es keine geeigneten Referenten hierfür gibt. Einfacher scheint es für viele Kultusministerien zu sein, den Lehrkräften den Umgang mit Schülern in sozialen Netzwerken in Unterricht /Schule zu verbieten.

Viele Tweets beschäftigten sich mit der Beziehung zwischen den Ausbildern und den Referendaren. Die ohnmächtige Abhängigkeit der Referendare von den Ausbildern wurde mehrfach benannt ebenso wie die mangelnde Wertschätzung, die sie erfahren.

Tweets dazu 

2. Großbaustelle – Schwerpunkt ICT – Umgang mit neuen Medien – 28% der Nennungen

Diagramm - Auswertung 35. EDchatDEReferendare sollten selbst genügend Kenntnis haben von neuen Medien. Viele Lehramtsstudenten nutzen zwar das eigene Handy, sind aber nur bedingt interessiert, wie man darüber Schüler aktivieren und Wissen generieren kann. Während von Studenten der MINT-Fächer das Interesse für Technik und dem sinnvollen Einsatz im Unterricht recht groß ist, ist im geisteswissenschaftlichen Bereich dies nur wenig gefragt.

Wenn die Ausbilder nicht wissen, wie neue Medien didaktisch sinnvoll eingesetzt werden, dann ist klar, dass Referendare darin zu wenig geschult werden. Handys und Tablets gehören zum Alltag von Schülerinnen und Schülern, sie chatten über Facebook und Whatsapp, zocken in Browsergames bis hin zur Spielsucht – aber die Lehramtsanwärter erfahren während ihrer Ausbildung kaum etwas dazu, wie man z.B. Spielsucht präventiv begegnen kann oder Gamification für das Lernen nutzen kann.

Manchmal gibt es spezifische Technik-Schulungen, die sich auf Software oder ein Learning Management System (LMS) beziehen, die Kenntnisse sind aber oft schnell veraltet, der Einsatz im Unterricht während des Referendariats ist nicht verpflichtend. Nur wenige Ausbilder nutzen LMS.

Tweets dazu: 

 

 3. Baustellen Praxis (12%), Vernetzung (10%) und Weiterbildung (14%)

Nach wie vor wird von den Referendaren bemängelt, dass es zu wenig Praxis während des Studiums gibt. BarCamps zum Schwerpunkt „Education“ sind selten, diese Veranstaltungen an Universitäten ist aber sehr hilfreich zum Austausch mit erfahrenen Lehrern und zur Vernetzung. Weiterbildung ist notwendig – vor allem aufgrund der rasanten Veränderungen im digitalen Zeitalter.

4. Problemlösung angesichts dieser Baustellen

Der #EDchatDE als wöchentliche Fortbildungsveranstaltung für Menschen aus dem Sektor „Bildung“ bietet:

EdchatDE Logo

  • ein aktuelles Thema  z.B. „OER @ School“ oder „Gamification – Game based Learning“
  • Austausch und Vernetzung mit vielen Kollegen aus vielen Bundes- und anderen Ländern
  • Links zu informativen Webseiten zu Schule, Universität, Lernen, Erziehung, neue Medien, digitale Bildung u.v.m.
  • Anwendungsbeispiele von Kollegen zum jeweiligen Thema und vor allem
  • jede Menge Spaß, Ausschüttung von Adrenalin, Endorphin, Dopamin, erhöhte Aufmerksamkeit und Leistungsfähigkeit – ich fühle Eustress 🙂

Zwei Tweets der Teilnehmer vom #EDchatDE stellvertretend für die die Meinung der übrigen Teilgeber:

Deswegen die Aufforderung an alle Lehrenden im Studium, in Schule, Hochschule oder anderen Einrichtungen.

5. Mach mit beim nächsten #EDchatDE – Dienstag von 20:00h – 21:00h

Mehr Infos zum #EDchatDE findest Du unter

  • http://edchatde.wordpress.com
  • http://www.andre-spang.de

 


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